Appenzellen-Sennerhunde.de
1. Lebenstag
18. Lebenstag - erste Sehversuche
5. Lebenswoche - das Laufen geht immer besser
7. Lebenswoche - alles genau beschnuppern
8. Lebenswoche - kann man das essen?
9. Lebenswoche - bei den Bambinis
12. Lebenswoche - Mutter und Tochter
6 Monate - Bruder und Schwester

Die Entwicklungsphasen der Welpen

Die Entwicklung der Welpen lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Eberhard Trumler hat in seinem Buch "Hunde ernst genommen" diese Entwicklungsphasen ausführlich beschrieben. Hier ist eine kurze Zusammenfassung:

Vegetative Phase (1. und 2. Woche)

Die Welpen werden mit verschlossenen Augenlidern und Ohren geboren. Der Geruchssinn ist noch wenig entwickelt. Ein Welpe gibt sofort einen Laut von sich, wenn ihm irgendwas unangenehm ist. Findet er Wärme und Anlehnung, wird er wieder still.

In den ersten zwei Wochen trinken und schlafen die Welpen fast ausschließlich. Ein Zeitraum der nur dem Wachstum und der Gewichtszunahme dient.

Auch die festen und flüssigen Ausscheidungen sind Angelegenheit der Mutter. Sie massiert die kleinen Bäuchlein mit ihrer Zunge, so wird der Stuhlgang der Kleinen erleichtert und auch das Urinieren ausgelöst. Die Mutter putzt alles sauber.

Die Übergangsphase (3. Woche)

So um den 13. Tag (3. Woche) öffnen sich die Lidspalten und die Gehörgänge. Die Sehfähigkeit entwickelt sich jedoch erst um den 17./18. Lebenstag. Sie ist noch recht unvollkommen und wird in den Folgetagen immer mehr. Um den 18. Lebenstag herum beginnen die Welpen, alles mit der Nase zu untersuchen und die Wurfgeschwister und ihre unmittelbare Umgebung aktiv wahrzunehmen.

Bis einschl. zum 20. Lebenstag sind die Welpen an ihr Lager gebunden. Hier fühlen sie sich sicher und geborgen und kennen keinerlei Angstreaktionen. Das ändert sich spontan am 21. Lebenstag. Plötzlich erwacht der Trieb ihrer Mutter zu folgen, sie verlassen die Wurfkiste und erkunden das Umfeld.

Die Prägungsphase (4. bis 7. Woche)

Augen, Ohren und Nase der Welpen sind nun voll entwickelt. Sie nehmen ihr Umfeld bewusst wahr und lernen im Idealfall mit ganz unterschiedlichen Eindrücken umzugehen, z. B. Menschen, Geräusche, optische Eindrücke usw. So lernen sie ihre "Sozialpartner" kennen. Im Spiel mit den Wurfgeschwistern lernen die Welpen ihren sozialen Rang zu finden und sich und die anderen auszutesten. Das Gebiss entwickelt sich sehr schnell und es wird alles Mögliche und Unmögliche benagt.

Wird in dieser Zeit ein Welpe isoliert gehalten und mit keinerlei Eindrücken bzw. Sozialpartnern zusammen gebracht, kommt es mit größter Wahrscheinlichkeit später zu Sozialisierungsproblemen, die man nur noch schwer aufarbeiten kann.

Wenn wir in dieser Zeit den Welpen täglich die Möglichkeit geben, sich mit unserer Hand zu befassen, werden aus diesen Welpen dem Menschen gegenüber kontaktfreudige Hunde. Der Hund wird geprägt von den Einflüssen innerhalb des ersten Lebensjahres. Diese Einflüsse können durchaus stärker sein als seine angeborenen Eigenschaften.

Die Sozialisierungsphase (8. bis 12. Woche)

Die Sozialisierungsphase ist eine der wichtigsten Entwicklungsstufen überhaupt. Alles was die Welpen jetzt lernen, lernen sie fürs Leben. Sie haben sich einen umfangreichen Spielplatz erobert, aber bei Unsicherheit oder Gefahr suchen sie schnell den Schutz ihrer "Hütte". Im freilebenden Rudel würden die Welpen jetzt vom Rüden erzogen. Diese Aufgabe müssen wir nun als Menschen übernehmen. Auch wenn der Welpe noch so süß ist, in dieser Zeit ist es absolut notwendig ihm liebevoll aber konsequent seine Grenzen aufzuzeigen.

Die große Neugier, Aufgeschlossenheit und Lernfähigkeit der Welpen in diesem Alter sollten wir uns unbedingt zu Nutze machen. Der Kontakt zu anderen Welpen, Menschen aber auch neuen Geräuschen, unterschiedlichen Bodenbelägen, anderen Tieren usw. ist unerlässlich. Es kann jetzt zu richtigen Kampfspielen unter den Welpen kommen, es gibt Sieger- und Verliererspiele mit Rollentausch. Wenn dabei einer einmal zu heftig gebissen hat, zeigen die Abwehrreaktion und der Schmerzlaut des Betroffenen, dass er hier zu weit gegangen ist. In dieser Zeit wird die sogenannte "Beißhemmung" erlernt. Wenn ein Welpe versucht, in unsere Hand zu beißen, müssen wir ihn jetzt nachdrücklich darüber belehren, dass unsere Hand nicht aus Hartholz ist. Er begreift bald, wie weit er gehen darf und wird so auch als ausgewachsener Hund auf die sanfte Methode mit uns spielen.

Die vorgebliche "Wesensschwäche" vieler Hunde beruht häufig auf Erziehungsfehlern in der Sozialisierungsphase. In dieser Zeit ist es wichtig, viel mit dem Hund zu spielen, nicht so sehr in zu "dressieren". Die in dieser Zeit durch falsche Behandlung erworbenen Unsicherheiten sind kaum mehr rückgängig zu machen.

Weite und Umfang der sozialen Partnerschaft zwischen Mensch und Hund werden jetzt in der Sozialisierungsphase unwiderruflich geprägt und wirken für alle weitere Zukunft auf fast alle Eigenschaften des Hundes ein.

Die Rangordnungsphase (13. bis 16. Woche)

Jetzt können wir schon die ersten Unterordnungs- und Gehorsamsübungen schulen. Aber nicht mehr als eine Viertelstunde täglich. Der Rudelführer Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft. In dieser Phase ist es wichtig, dass der junge Hunde seine Grenzen kennen lernt und vom Mensch klare Regeln erhält.

Wichtig ist auch, dass die Übungen niemals langweilig werden oder der Hund diese Übungen fürchtet. Strenge und Gewalt sind hier fehl am Platze, "liebevolle Konsequenz" heißen die Zauberworte. Wenn die Übungen ins Spiel mit eingebunden werden, wird der junge Hund Spaß daran haben und er wird liebend gern für "seinen" Menschen arbeiten wollen. "Weniger ist mehr" ist hier die richtige Dosis.

Der Welpe erkennt in diesem Lebensabschnitt die Überlegenheit desjenigen, dem er sich unterordnen soll. Er will die Autorität anerkennen können, denn sie gibt ihm die Gewähr, dass das Können und die Erfahrung des Rudelführers sein Überleben absichern.

Die Rudelordnungsphase (5. und 6. Monat)

In diese Zeit fällt der Gebisswechsel des jungen Hundes. D. h., die spitzen Milchzähnchen fallen aus und die bleibenden Zähne wachsen nach. Oft fällt ein Zahn unbemerkt raus und plötzlich sind die neuen Zähne da. Der junge Hund sucht sich jetzt seinen Platz im Mensch-Hund-Rudel und festigt seine Position. Er wird sich besonders eng an den Menschen anschließen, der für ihn den Rudelführer symbolisiert, dessen Autorität erkennt er an. Möglicherweise überhört er schon gelernte Kommandos und fordert uns heraus.

Die Pubertätsphase (ab ca. 7. Monat)

Die Dauer und der Beginn der Pubertät ist rasseabhängig, manchmal dauert die Pubertät nur einen Monat, manchmal länger. Ganz allgemein kann man sagen, dass der Hund bei Eintritt der Geschlechtsreife erwachsen ist. Aus dem Welpen ist ein Hund geworden.

Die Rüden heben in der Regel erstmalig ihr Bein, die Hündinnen haben ihre erste Läufigkeit. Auch wenn es manchmal so aussieht, als habe der Hund noch nie was gelernt, sollt man keinesfalls resignieren, sondern mit liebevoller Konsequenz weiter üben.

Die Reifungsphase (12. bis 18. Monat)

Die Pubertät ist abgeschlossen, der Hund ist erwachsen geworden. Nun wird sich zeigen, ob der Hund die Anleitung erhalten hat, die seine Entwicklung optimal fördern konnte.

Bewegung des jungen Hundes

Ein viel diskutiertes Thema ist, wieviel bzw. wie lange soll ein Welpe bewegt werden. Hier habe ich ein Dokument gefunden, in dem beschrieben steht, wie der Bewegungsaufbau aussehen soll:

-> Aktivität von Welpen und Junghunden